27.02.2012
Wiener Wirtschaft

Zukunftsweisende Regionalpolitik statt Belastungspaket

Komm.-Rat Erwin Pellet, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien, fordert in einem Kommentar mehr Maßnahmen für eine zukunftsweisende Regionalpolitik anstelle eines neuerlichen Belastungspakets.

"Steuern und Abgaben sind für eine funktionierende Stadt unverzichtbar", so Erwin Pellet, "allerdings muss stets darauf geachtet werden, dass nicht unverhältnismäßig hoch belastet oder die Konjunktur beeinträchtigt wird. Die Stadt Wien fährt einen sehr riskanten Kurs und erhöht zahlreiche Kommunalgebühren: Allein auf die Wiener Wirtschaft wartet ab 2012 ein zusätzliches Belastungspaket von über 100 Mio. Euro pro Jahr."

Wiens Betriebe treffen die Gebührenerhöhungen und die damit verbundenen Auswirkungen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Denn viele beginnen bereits ihre Investitions- und Personalpläne im Lichte der kommenden Belastungen neu zu bewerten. Dabei sind es nicht die Unternehmen,  sondern  ganz  im  Gegenteil  die  Stadt  Wien,  die  sparen  soll.  Statt satter Gebührenerhöhungen  brauchen  wir  umfassende,  erforderlichenfalls  auch  länderübergreifende Reformen  im  Gesundheitswesen,  im  Vergabewesen  und  im  Pensionswesen. Gefragt  ist  eine zukunftsweisende, regionale Wirtschaftspolitik, welche die Stärken des Standortes weiter ausbaut und ansässigen wie auch neu gegründeten Unternehmen Entwicklungsperspektiven bietet. Ziel muss sein,  einen  möglichst  großen  Freiraum  für  unternehmerische  Ideen  sowie  eine  schlanke  und effiziente Verwaltungsstruktur zu schaffen. Denn nur dadurch entstehen regionale Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum.

Gerade der Handel ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren, ist er doch der zweitgrösste Arbeitgeber der gewerblichen Wirtschaft und der größte Umsatzsteuerzahler der Republik. Gebührenerhöhungen bedeuten gravierende Mehrkosten, die bei stagnierenden Umsätzen nicht erwirtschaftet werden können. Für die Wiener Unternehmen heißt es jetzt, die Kostenstruktur zu durchforsten und nicht unbedingt notwendige Ausgaben zu vermeiden oder zu verringern. Auch hier hilft die Wirtschaftskammer über die Betriebsberatung des WIFI – Wien.

wko.at/wien/handel