04.05.2017
KMU Forschung Austria

Umsatzzuwächse für Handel im 1.Quartal 2017

Die Konjunktur zieht wieder an und das 1.Quartal 2017 brachte laut KMU Forschung Austria dem österreichischen Handel ein nominellen Umsatzplus von 1,9 % (real 1,2 %). Die konjunkturelle Entwicklung fällt damit höher aus als in den vier Quartalen 2016.

Die Verkaufspreise im Einzelhandel sind mit durchschnittlich 0,7 % im 1. Quartal 2017 zwar wieder etwas stärker gestiegen als in den vergangenen drei Quartalen, liegen jedoch weiterhin deutlich unter der allgemeinen Inflationsrate (2,1 %). Zurückzuführen ist der Anstieg der Inflationsrate vor allem auf steigende Treibstoffpreise.

Branchenbester im ersten Quartal ist der Schuh- und Lederwareneinzelhandel. Konjunkturtreiber ist einmal  mehr der Lebensmitteleinzelhandel. Der Einzelhandel mit Schuhen und Lederwaren hat von den überdurchschnittlich hohen Temperaturen im März profitiert und in den ersten drei Monaten 2017 ein nominelles Umsatzwachstum von 5,5 % (real 4,5 %) im Vergleich zum 1. Quartal 2016 erzielt. Dem zweistelligen nominellen Plus (15,9 %) im März sind Umsatzrückgänge im Jänner und Februar vorangegangen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Einzelhandel mit Bekleidung, wo es in Folge des milden März im I. Quartal 2017 zu nominellen Umsatzsteigerungen von 5,8 % gekommen ist. Das nominelle Plus im 1. Quartal ist hier mit 1,7 % (real 0,5 %) etwas geringer ausgefallen als im Einzelhandelsdurchschnitt. Für den Einzelhandel mit Bekleidung bedeutet dies die ersten Umsatzzuwächse seit dem 2. Quartal 2015.

Der Sportartikelhandel erwirtschaftete von Jänner bis März 2017 nur ein leichtes nominelles Plus von 1.0 % (real 0,7 %) und fuhr im März ein nominelles Minus von 5,1 % ein.

Das Beschäftigungswachstum im Einzelhandel hält weiter an. Im 1.Quartal 2017 waren rund 329.400 Leute im Einzelhandel beschäftigt. Das sind um 0,8 % bzw. 2.500 Personen mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. (Quelle: KMU Forschung Austria, Wien 2017)

 

Ausblick 2017

Das WIFO erwartet für das Gesamtjahr 2017 einen Konjunkturaufschwung in Österreich. Hierzu dürfte neben einer weiterhin starken Binnennachfrage (Bruttoanlageinvestitionen, privater Konsum), auch wieder die Außenwirtschaft stärker beitragen.

Das BIP wird im Jahr 2017 laut WIFO-Prognose nominell um 3,3 % (real: 2,0 %) steigen, die Konsumausgaben der privaten Haushalte (inkl. privater Organisationen ohne Erwerbszweck) um 3,1 % (real: 1,3 %). Der private Konsum profitiert hierbei von den steigenden Beschäftigtenzahlen. Es bleibt jedoch abzuwarten inwieweit sich die Ausweitung des privaten Konsums in den Umsatzzahlen des Einzelhandels wiederfindet, da sich die Sparquote ebenfalls deutlich erhöhen wird (von 8,5 % im Jahr 2016 auf 9,0 % im Jahr 2017). Etwa ein Drittel der privaten Konsumausgaben fließt in den Einzelhandel.

Die Arbeitslosenquote geht laut WIFO 2017 wieder zurück. Trotz steigender Beschäftigtenzahlen wird jedoch der Rückgang der Arbeitslosenquote gering ausfallen.

Die Inflationsrate wird im Gesamtjahr 2017 mit 1,7 % deutlich höher ausfallen als in den Jahren davor.

Der Großteil der Einzelhändler (83 %) rechnet lt. KMU Forschung Austria für die nächsten Monate mit einer stabilen Geschäftsentwicklung (Vorjahr: 81 %). 11 % erwarten einer Verbesserung der Geschäftslage (Vorjahr: 8 %), während 6 % von einer Verschlechterung ausgehen (Vorjahr: 11 %). Die österreichischen Einzelhändler sind damit zuversichtlicher als im Vorjahr.

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